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wiki:horn_meinberg_veldrom

Veldrom

Dieses ist die Beschreibung des Horn-Bad Meinberger Ortsteil Veldrom.

Höfeliste

Die [Veldromer Haus- und Höfeliste] umfasst die Hausnummern 1 bis 43. Dieses ist etwa der Umfang der 1820 existierenden Häuser und Höfe.

Geschichte

Um das Jahr 850 wurde die Landschaft – ein Dorf gab es noch nicht – in den Corveyer Traditionen als Drohem erwähnt. In anderen Urkunden finden sich die Namen Druheim und Droheim. Die Vorsilbe Dro- oder Dru- lässt auf einen Sippennamen schließen, sie wandelte sich später in Drom. Die zweite Silbe heim oder hem bedeutet „Heim“ oder „Heimat“; möglich ist aber auch, dass sie aus dem Fränkischen kommt und eine Ansiedlung bezeichnet: das Heim des Dru, Drou, Druc oder Dro. Der Name Kempen hat seinen Ursprung in der Bezeichnung Kämpen bei Drome – die Wiesen, Weiden bei Drom. 1015 wird die Ursiedlung in den Lippischen Regesten Nr. 26 als Druhem geführt. Sie soll ebenfalls im Güterverzeichnis des Abtes Druthmar von Corvey gelistet worden sein. Im Jahr 1160 schenkte der Bischof von Paderborn einen Teil seines Besitzes, der Truheim hieß, dem Kloster Hardehausen bei Warburg. Dieses errichtete vermutlich auf dem nahegelegenen Mönkeberg – Berg der Mönche – spätestens Anfang des 13. Jahrhunderts den Gutshof Druheim. Anfang des 15. Jahrhunderts gab es eine Glashütte, erste Wohnhäuser und vermutlich eine Töpferei. 1530 nutzte der Landesherr Graf Simon V. zu Lippe das Feld to Drome – oder je nach Schreibweise auch Velde to Drome – als Viehweide. 1533 bauten die Herren – unter Graf Simon VI. – einen herrschaftlichen Viehstall für die gut 200 Ochsen und Pferde. 1564 wurde eine Meierei errichtet, die Grundstein für den Bau weiterer Gehöfte war. Noch im 16. Jahrhundert begann der Bau einer Schule. In der Zeit der Reformation vertrat der Fürstbischof von Paderborn, Rembert von Kerßenbrock, die katholische Kirche. Im Jahre 1567 setzte er sich für einen Tausch zwischen Lippe und Paderborn ein: Feldrom, das bislang zu Paderborn gehörte, kam zu Lippe. Während die Protestanten nun in die evangelisch-reformierte Kirche in Horn liefen, wanderten die Katholiken über die Egge nach Sandebeck. Dieser Vertrag war bis 1808 gültig. Ende des 16. Jahrhunderts stritten Lipper und Paderborner erneut über ihre Grenze. Als im Jahre 1609 eine Mühle in Veldrom abbrannte, beschuldigten die Lipper den Vogt von Kempen, forderten Wiedergutmachung und stellten alle Grenzverhandlungen ein. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 starb gut die Hälfte der Bevölkerung. Damit sanken die Steuereinnahmen drastisch. Trotz der Wirren finden Vor- und Unterverhandlungen statt, die im Lippspringischen Originalvergleich von 1658 münden. Den Verlauf der Grenze ließ Graf Hermann Adolf zu Lippe von seinem Kammerpräsidenten Tilhelm und dem Landdrosten von Donop aus dem Wöbbeler Schloss aushandeln. Die Landesgrenze zwischen den lippischen Edelherren und dem Fürstbistum Paderborn zog sich quer durch das Dorf, in dem 1670 gut 160 Menschen wohnten, und weiter entlang des Silberbaches und durch die heutige Schnat – ein altes Wort für Grenze. Einige Grenzsteine stehen noch heute: auf der einen Seite ist das fürstbischöfliche Kreuz – oder der preußische Adler – zu sehen; die andere Seite ziert die lippische Rose und die Jahreszahl 1658, dem Jahr, in dem die Grenzsteine angelegt („gesetzt“) wurden. Sie stammten aus den Sandsteinbrüchen des Velmerstots. Im Jahre 1802 gehörten Feldrom und Kempen zum Niederwaldischen Bezirk des Kreises Paderborn. Im Jahr 1805 wurde die Kreiseinteilung im Hochstift geändert: Feldrom und Kempen wurden dem Kreis Brakel zugeschlagen.

Mit der Eingliederung des Landes Lippe in das Land Nordrhein-Westfalen 21. Januar 1947 hörte die Eigenstaatlichkeit des Landes Lippe auf und beide Dörfer gehörten fortan zu Nordrhein-Westfalen. Dennoch blieb die Grenze bestehen, nun jedoch nur noch als Kreisgrenze. Veldrom bildete weiterhin den südlichsten Zipfel des Kreises Detmold. Der Ort blieb bis zum Jahr 1970 geteilt. Es gab weiterhin zwei Freiwillige Feuerwehren, zwei Kneipen und zwei Tante-Emma-Läden.

Am 1. Januar 1970 wurden die Gemeinden Kempenfeldrom (Kreis Höxter) und Veldrom nach dem Detmold-Gesetz in die neue Gemeinde Bad Meinberg-Horn eingegliedert. Diese wurde bereits am 10. September 1970 in Horn-Bad Meinberg umbenannt. Die lippische Exklave Grevenhagen gehört mit der Bauerschaft Hohenbreden seither zur Stadt Steinheim im Kreis Höxter. Damit wurden beide Dörfer vereinigt und die Grenze hatte damit aufgehört zu bestehen. Bestehen blieb die unterschiedliche Schreibweise: Das lippische Veldrom mit „V“, das preußische Feldrom mit „F“. Bestehen blieb auch der konfessionelle Unterschied: Das lippische Ortsteil blieb überwiegend evangelisch, während das ehemals zu Preußen gehörende Feldrom überwiegend katholisch blieb. Im Jahr 1980 wurden die Ortstafeln für Feldrom und Kempen wieder aufgestellt. Bis dahin gab ein Schild für Kempenfeldrom.

Dokumente

Bücher

Karten

Belle in der heutigen Struktur als Stadtteile.

Belle, siehe Maps:

Verweise

Kreisarchiv Lippe und Stadtarchiv Horn-Bad Meinberg

Heimatverein

Ahnenforschung Kreis Lippe

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  olafb@westfalenhoefe.de
wiki/horn_meinberg_veldrom.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/23 19:53 von olafb