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wiki:lippe_kalletal

Kalletal

www.Kalletal.de

Dieses ist die Beschreibung der Gemeinde Kalletal mit ihren früheren Dörfern und Bauerschaften, den ihnen folgenden Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Bauerschaften

Die x Dörfer und Bauerschaften mit ihren Höfen und Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Haus- und Höfeliste

Bücher

Geschichte

Die Ortsnamen Talle, Harkemissen und Tevenhausen lassen nach Aussagen der Namensforschung darauf schließen, dass es sich hier um frühgeschichtliche Ansiedlungen handelt. Diese Orte liegen auf beiden Seiten eines Höhenweges, der von Blomberg kommend über Lemgo und Hohenhausen nach Erder und Vlotho führte, wie mit archäologischen Funden bewiesen ist.

Der Amtssitz Varenholz hatte eine besondere Bedeutung für die Grafschaft und das spätere Fürstentum Lippe. Das Gebiet des Amtes Varenholz entspricht bis auf einige Ausnahmen in seiner Ausdehnung den heutigen Grenzen der Gemeinde Kalletal. Die Orte im Kalletal waren im 19. Jahrhundert überwiegend Bauerndörfer, deren Haupterwerb die Landwirtschaft bildete. Der Ortsteil Hohenhausen entwickelte sich zum größten und zentralen Ort der Gemeinde Kalletal mit dem Sitz der Gemeindeverwaltung. Erste urkundliche Erwähnung fand Bavenhausen im Jahr 1343. Wahrzeichen des Ortsteils ist die 1854 erbaute gut erhaltene Windmühle, deren Betrieb inzwischen eingestellt wurde. Der in Callendorper Lehensbrief von 1359 erwähnt erstmals den Ortsteil Bentorf.

Der mittelalterliche Name von Brosen war Brochusen oder Brokhusen und bedeutete Dorf oder Häuser im Bruche, also im Sumpf. Brosen wurde vermutlich schon in altsächsischer Zeit im 4. bis 6. Jahrhundert besiedelt. Die erste Erwähnung des Dorfes erfolgte 1362, als der lippische Landesherr Simon III. die Abgaben der freien Leute verpfändete. 1733 plante Fürstin Pauline zur Lippe, den an der Weser gelegenen Ort Erder zu einem großen lippischen Binnenhafen auszubauen. Der Plan wurde allerdings nicht realisiert, da Preußen keine Konkurrenz für seine Häfen in Minden und Vlotho zulassen wollte. Dennoch war der lippische Weserhafen von einiger Bedeutung für das Fürstentum Lippe.

Der Ortsteil Heidelbeck verdankt seine Existenz dem Kloster Möllenbeck, das dort das Helbecker Amt errichtete. Die Ritter von Helbecke waren die ersten Amtsleute, bis 1411 die Ritter von Westphal das Amt übernahmen und bis 1839 Eigentümer von Schloss und Gut Heidelbeck waren. Danach verkauften sie ihren Besitz an den lippischen Fürsten. In den Räumen des im Jahr 1596 errichteten Renaissanceschlosses Heidelbeck befindet sich heute der Dorfkrug. An der Kurstraße steht ein reich verzierter Fachwerkbau, die 1537 errichtete Schlossmühle. Sie diente viele Jahre als Forsthaus und beherbergt heute das Wald- und Forstmuseum.

Der früheste Hinweis auf das Kirchdorf Hohenhausen ist in der Vita Meinwerki von 1015 zu finden. Ursprünglich hieß der Ort Hodanhusen, ein Name aus altsächsischer Zeit. Die ältesten Teile der Kirche sind im romanischen Stil erbaut und stammen aus der Zeit zwischen 1100 und 1240. Das Kirchenschiff wurde um 1410 errichtet. Heute hat sich Hohenhausen zum Hauptort der Gemeinde Kalletal entwickelt. Der Name stammt von den Rittern von Callendorp, die im 13. Jahrhundert in Kalldorf über umfangreichen Grundbesitz verfügten. Langenholzhausen wurde erstmals um 1245 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter hieß der Ort Holthusen und kam 1323 durch den Kauf des Gogerichts Holthusen in den Besitz von Simon I. 1819 ließ Fürstin Pauline zur Lippe eine Doppelbogenbrücke über den Fluss Kalle bauen, in deren Nähe die 1568 gebaute Fürstliche Erbpachtmühle mit einem Wappenstein Simons VI. steht.

Lüdenhausen hieß früher Ludenhausen und zur Sachsenzeit Luidinghusen. Vermutlich um 1200 entstand eine hölzerne Kirche mit einem steinernen Turm im romanischen Stil, der zugleich als Wehrturm diente und mit dicken Mauern und Schießscharten versehen ist. Er diente in Kriegszeiten als Zuflucht für die Bauern, die dort ihr Saatkorn und ihren Besitz in Sicherheit brachten. Die erste Urkunde mit dem Namen der Ortschaft Stemmen trägt das Datum vom 14. Mai 1331. Das Dorf liegt in östlicher Nachbarschaft von Varenholz und beide Orte sind historisch und räumlich eng miteinander verbunden. Stemmen hieß im Mittelalter Stamf oder Stamfried, möglicherweise nach dem Namen des ersten Siedlers.

Das Wahrzeichen des Bergdorfs Talle ist die Petruskirche, deren frühromanischer Westturm aus dem 11. Jahrhundert stammt. Die doppelschiffige spätgotische Hallenkirche wurde 1482–1492 erbaut. Der Name Talle leitet sich vermutlich vom keltisch-germanischen Wort Tala ab, das Wasser bedeutet. Zum Ort gehört das nahe Gut Röntorf. Dort verbrachte Prinzessin Godela zur Lippe einen Großteil ihres Lebens. Der Name Varenholz bedeutet Vor dem Holze und weist auf die Besiedlung zwischen der Weser und dem bewaldeten lippischen Bergland hin. Zusammen mit Stemmen ist Varenholz die nördlichste Ortschaft in Lippe. Seine Geschichte wird wesentlich von der Burg und dem späteren Schloss Varenholz bestimmt. Erstmals wurde die Burg im Jahr 1188 erwähnt und befand sich im Besitz der Herren Vornholte. 1323 erwarb Simon I. die Burg und dehnte den lippischen Herrschaftsbereich im Norden bis an die Weser aus. Der Ort Westorf hieß im Mittelalter Westerndorp oder Wessentrup und bezeichnete ein Dorf westlich von Hohenhausen. Das Dorf wird schon im 12. Jahrhundert im Güterverzeichnis der Abtei Herford erwähnt.

Durch Übertritt des Fürsten zum reformierten Bekenntnis im Jahr 1603 nahmen die meisten Lipper endgültig die evangelisch-reformierte Konfession an, lösten sich von den katholischen Bistümern Paderborn und Minden und waren ab diesem Zeitpunkt Teil der heutigen Lippischen Landeskirche. Daher sind noch heute die meisten Bewohner der Gemeinde Kalletal Mitglied einer evangelisch-reformierten Kirchengemeinde.

Die Gemeinde Kalletal wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1969 gemäß § 7 des Lemgo-Gesetzes aus den zuvor selbstständigen Gemeinden und heutigen Ortschaften Asendorf, Bavenhausen, Bentorf, Brosen, Erder, Heidelbeck, Henstorf, Hohenhausen, Kalldorf, Langenholzhausen, Lüdenhausen, Osterhagen, Stemmen, Talle, Varenholz und Westorf gebildet. Diese ehemaligen lippischen Gemeinden waren nicht, wie es vielfach in den ehemals preußischen Landesteilen Nordrhein-Westfalens üblich war, bereits in einem Amt miteinander verbunden, sondern bildeten ab 1932 unmittelbar die Verwaltungsebene unter der Kreisverwaltung in Lemgo, die 1973 zusammen mit dem Landratsamt Detmold im Kreis Lippe aufging. Zwischen 1879 und 1932 gehörte das heutige Gemeindegebiet jedoch zum Zuständigkeitsbereich der Ämter Varenholz (größerer Teil) und Hohenhausen (kleinere Teile), die beide administrative Untereinheiten des lippischen Verwaltungs-, später Landratsamtes Brake waren. Als Ortsname der neuen Großgemeinde Kalletal wurde nicht der Name des größten Ortes Hohenhausen gewählt, sondern Bezug auf die geographische Lage am Fluss Kalle genommen.

Karten

Grafschaft Lippe Kalletal im Kreis Lippe Ortsteile von Kalletal

Kalletal, siehe Maps

Verweise

Auskünfte

Kreisarchiv Lippe

Gemeindearchiv Kalletal

Heimatvereine Kalletal

Ahnenforschung Kreis Lippe

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/lippe_kalletal.txt · Zuletzt geändert: 2019/08/29 17:57 von michael